Mein neues Leben
Ich
hatte eine Frau kennen gelernt und begann mit ihr ein neues Leben in
vollkommener Trockenheit. Wir suchten uns eine kleine Wohnung, die am
Anfang noch das Sozialamt bezahlte. Wir waren beide guten Mutes und
wollten all die schönen Dinge nachholen, die wir während unserer Zeit
des Saufens versäumten. Es war jetzt wirklich ein neuer Anfang meines
bis heute schönen Lebens für mich.
Wir suchten uns beide eine Arbeitsstelle und konnten damit auch leben,
ohne weiter auf die finanzielle Hilfe angewiesen zu sein.
Wo ich grad von Geld schreibe. Ich hatte in den Jahren der nassen
Alkoholzeit auch sehr viele Schulden gemacht. Auch der Kontakt zu
meiner Mutter und meinen Geschwistern war wegen meines Saufens völlig
abgebrochen. Au&?ml;erdem bringt so ein von mir gelebtes Leben sehr viel
Verletzungen und moralische Schuld mit sich. All diese Dinge wollte
ich aufarbeiten, um mich von meiner Vergangenheit vollständig lösen zu
können.
Nachdem wir aus der Selbsthilfewohngemeinschaft ausgezogen waren,
besuchten wir weiterhin verschiedene Selbsthilfegruppen, die sich zwei
bis drei mal die Woche trafen. Dort erzählte ich von meinem bisherigen
Leben und welche Schwierigkeiten ich jetzt hatte, um den Neuanfang
meines Lebens nicht zu gefährden.
Die ersten Schritte in ein neues Leben sind in ihren Einzelheiten sehr
verschieden, aber sie gehen alle in eine Richtung. Bei meiner ersten
Entgiftung im Krankenhaus, hatte der Psychologe versucht
herauszufinden, warum ich in meiner Jugend zum Alkohol gegriffen habe.
Ich sollte meine Vergangenheit aufarbeiten. Durch die Selbsthilfe von
anderen Betroffenen habe ich gelernt, dass der heutige Tag wichtig ist.
Was ich damit sagen will. Für mich ist es heute wichtig, dass ich
Situationen, in dehnen ich früher zur Flasche gegriffen habe, heute
vermeide. Es ist nicht so, dass man die Flasche wegstellt und seine
anderen Gewohnheiten weiter nachgeht. Ich habe mich von meinem alten
Leben und Umfeld vollständig getrennt. Menschen, die sich von mir
wegen meines Saufens getrennt haben, kann ich heute sehr gut
verstehen. Wenn ich heute mit meiner Mutter wieder darüber spreche,
ist kein Vorwurf von ihr zu hören. Sie unterstützt mich heute auf
meinen nüchternen Weg. Ich möchte mich auch hier, auch wenn sie das
sicher nicht lesen wird, bedanken. Für mich ist das Schreiben meiner
Geschichte ein Hilfsangebot an alle, die sich in meinem Leben selbst
erkennen.
Leben ohne Alkohol
Wie schon mal geschrieben, ist es keine Schande, wenn man einen Rückfall erleidet. Wenn man aus seinen Fehlern lernt und wieder einen neuen Versuch zur Nüchternheit unternimmt, ist ein Rückfall nicht das Schlimmste.
In vielen Selbsthilfegruppen wird von einem Neuanfang mit . einem auch süchtigen Partner abgeraten.
Einige Selbsthilfegruppen sind aber der Ansicht, dass so eine Neuanfang durchaus auch positiv zu sehen ist. Beide Partner haben das gleiche Ziel und die Wohnung ist und bleibt alkoholfrei. Keinem anderen Partner kann es zugemutet werden, auf jeglichen Alkohol zu verzichten.
Ein Nichtbetroffener kann oft nicht einschätzen, was eine alkoholfreie Wohnung bedeutet. Es gibt nicht nur Getränke, sondern auch Lebensmittel, Toilettenartikel, Putzmittel und vieles mehr.
Die Gefahr, das einer der Partner rückfällig wird ist aber auch für den Anderen eine sehr grosses Risiko.
Angehörige und Partner geben sich sicher Mähe, aber auch sie müssen lernen, mit der Alkoholsucht umzugehen.
Informationen: Für ein schönes Lächeln, nicht nur bei Frauen. Für ein neues Leben ist auch eine gesunde Ernährung erforderlich. Hier ein Tipp zum Schlank im Schlaf.