Der Alkoholentzug
Am
nächsten morgen, ich stand zwar immer noch unter Medikamenteneinfluss,
fühlte ich mich nach langer Zeit wieder mal einigermassen gut. Ich lag
in einem sauberen Bett, brauchte mir keine Gedanken über den Tag zu
machen und war nicht allein. Leider hielt der erste Eindruck nicht
lange an.
Die anderen zwei Männer, die auch auf dem Zimmer lagen, hatten nichts
mit Alkohol zu tun und behandelten mich auch dementsprechend. Auch als
die Schwester das Frühstück brachte, hatte sie nur ein müdes Guten
Morgen für mich übrig. Im Gegensatz zu den anderen, die sie mit einem
Lächeln begrüsste, war ich für sie nur ein Alkoholiker.
Ich durfte noch zwei Tage im Krankenhaus bleiben, wie ich bei der
Visite erfuhr. Sie gaben mir Medikamente gegen den Entzug und ich war
nach zwei Tagen wieder einigermassen hergestellt. Zu meiner
Überraschung kam an diesem Nachmittag ein Psychologe zu mir und wollte
sich mit mir unterhalten. Schon der Titel baute bei mir schon eine
Abwehrhaltung auf, weil ich die Patienten seiner Fachrichtung immer
mit Geistesschwäche verband. Er war aber ganz anders, machte mir keine
Vorwürfe und schlug mir eine dreiwöchige Alkoholentziehung vor. Als
ich diese Worte hörte, spielte sich vor meinem geistigen Auge drei
Wochen Erholung ab. Mir war der Alkoholentzug egal. Ich konnte aber
hier bleiben und brauchte mir erst mal keine Sorgen über mich zu
machen. Das es anders kam, daran dachte ich nicht.
Alkoholentwöhnung kann alleine gefährlich sein.
Ein Alkoholentzug kann man in vielen Krankenhäusern machen, in denen es eine Entgiftungsstation gibt.
Dazu brauch einen Krankenhauseinweisung eines Hausarztes oder Facharztes und eine Kostenübernahme des Versicherungsträgers bzw. Krankenkasse.
Auch die Selbsthilfe bietet die Möglichkeit eines Alkoholentzuges in bestehenden Selbsthilfewohngemeinschaften an.
Dort wird der Entzug ohne Medikamente vorgenommen. Der Betroffene ist 24 Stunden unter Aufsicht und ein Arzt ist in Rufbereitschaft.