Skip to main content.

Der neue Versuch aus der Alkoholkrankheit

Auch die nächste Nacht blieb ich bei ihm. Wir tranken ständig und wenn wir voll waren, schliefen wir ein.

Da wir noch genug Geld hatten, liessen wir uns den Schnaps vom Pizzaservice oder von einem Taxifahrer bringen, weil wir die Wohnung nicht verlassen wollten und meistens auch nicht konnten. Nach ca. zwei Wochen fuhr ich irgendwie in meine Wohnung zurück. Unser Geld war ausgegangen und zur Bank schaffte es keiner von uns beide. Ich hatte Angst, den restlichen Schnaps mit ihm teilen zu müssen und machte mich mit einer noch halbvollen Flasche aus seiner Wohnung.

Ich war an einem Punkt angekommen, wo für mich Freundschaft nicht mehr zählte. Nur die Angst, nichts mehr zum trinken zu haben, beherrschte mich.

Zu Hause machte ich für mich allein weiter. Da ich keine Angst um meinen Schnaps haben musste, trank ich langsamer und hatte manchmal wache Momente. Ich hatte ja schon etwas Wissen über die Alkoholsucht und wusste genau, was mit mir los war und wohin es führen würde. Da ich diese Gedanken aber nicht weiter verfolgen wollte, trank ich wieder mehr Alkohol.

Eines Tages war ich so fertig, ich ass auch kaum was, rief ich einen Arzt, der mich wieder in ein Krankenhaus brachte. Leider gab es da die nächste Überraschung. Man stellte bei mir Herzkammerflimmern fest. Mein Herz schlug dreimal so schnell, wie normal. Unter Tabletteneinfluss wurde ich entgiftet und dann in die Intensivstation gebracht.

Die dann folgende Vollnarkose verlief leider nicht richtig. Man wollte mit Stromstössen meinen Herzschlag wieder normalisieren. Ich hatte aber irgendwie das Gefühl, als würde ich alles merken. Ich hab auch heute noch genaue Erinnerungen an die Schmerzen.

Danach wurde ich auf die normale Entgiftungsstation für Suchtkranke verlegt.
Dort machte ich wieder eine dreiwöchige Entgiftung.

Kann ich es diesmal schaffen?

weiter...

Hilfe bei Alkoholsucht

 

Der Rückfall gehört leider zu der Alkoholkrankheit dazu. Die Realität sieht leider so aus, dass es nur sehr wenige Betroffene schaffen, über einen sehr langen Zeitraum nüchtern zu bleiben..

Der Umgang für einen gerade trocken gewordenen Alkoholiker sollte auch nicht der alte Freundeskreis und auch nicht noch nicht gefestigte andere trockene Alkoholiker sein.

Die Selbsthilfe beruht auf die Hilfe und Erfahrungen anderer trockener Alkoholiker. Man lernt aus den Fehlern und erfolgreichen Handlungen der anderen und das kann nur funktionieren, wenn man sich dafür die Menschen aussucht, die es über einen längeren Zeitraum geschafft haben, ihr Alkoholproblem zu meistern.

Wer schon länger trocken ist, muss irgendwas richtig gemacht haben, also lerne aus den Erfahrungen Erfahrener.

.

Versuche es immer wieder, Du schaffst es auch.