Die Familie wieder neu entdecken
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Für alkoholkranke Menschen ist die Erkenntnis, nicht nur ihr eigenes Leben in Mitleidenschaft gezogen zu haben, sondern oft auch die ganze Familie und andere Angehörige ihr Leben beeinträchtigt zu haben, oft von Scham und Schuldgefühlen geprägt. Gerade im Kreis einer Familie, wo es auch Kinder gibt, leiden die Familienangehörigen oft mehr, als die betroffenen Alkoholiker selbst. Sie fühlen sich schuldig, nicht helfen zu können. Kinder sehen ihren Vater oder auch die Mutter nur im angetrunkenen Zustand und können nicht verstehen, warum der Alkohol wichtiger ist als sie selbst. Kinder von einem alkoholkranken Elternteil haben auch oft noch im späteren eigenen Leben mit diesen Kindheitserinnerungen zu kämpfen. Ihre Kindheit war dann meist nicht von einem glücklichen Familienleben geprägt, wo es mal Brettspiele für die Familie gab, wo ein gemeinsamer Familienausflug gemacht wurde oder andere Aktivitäten, die es in normalen Familien gibt, sondern das ganze Familienleben war dem Alkoholkonsum des Alkoholikers untergeordnet. Nach dem trocken werden, gilt es dann, die Familie wieder neu zu entdecken und seinen Kindern eine schöne Familiensituation aufzubauen. Das kann natürlich nicht von heute auf morgen passieren, denn das zerstörte Vertrauen muss erst wieder aufgebaut werden, was natürlich seine Zeit braucht. Wenn es nicht der erste Versuch zur eigenen Nüchternheit zu einem Leben ohne Alkohol ist, der vielleicht schon öfter zu einen Rückfall geführt hat, ist es besonders schwer. Egal wie ernst es der oder die Betroffene meinen, Kinder und die anderen Familienangehörigen werden Angst haben, dass es diesmal wieder nicht funktioniert. Diese Angst schlägt manchmal in Misstrauen um, denn der Betroffenen verändert sich und seine Verhaltensweisen, was für die Angehörigen neu ist und deshalb auch manchmal auffällig ist. Das Familienleben muss im Grunde ganz neu aufgebaut werden. Nur wie bei anderen angespannten Partnerschaften kommt hier noch die ständige Angst vor einen Rückfall dazu. |
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